World Police & Fire Games Barcelona !

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Bericht der 10. World Police and Fire Games in Barcelona vom 24.7. - 4.8.2003

Donnerstag, 24.7., morgens um 0630 Uhr (gähn!!) trafen sich 14 eigenartig ausgerüstete Personen, welche zum Teil Rennräder bei sich hatten oder Tennisschläger und riesige Sporttaschen, am Sihlquai beim Busbahnhof. Sie verluden all diese Sachen in einen Bus mit Anhänger und los ging die Fahrt. Ihr fragt euch jetzt wohin. Na klar, nach Barcelona. Denn das war das Ziel unseres Teams für die World Police and Fire Games, also die Olympiade der Polizei und Feuerwehr. Kein Wunder also, sassen in diesem Car vorwiegend Stadtpolizisten/-innen, aber auch von Schaffhausen war eine Vertreterin dabei und ein Feuerwehrmann vom Zürcher Oberland plus vier Angehörige.
In Bern machten wir einen kurzen Zwischenhalt, um noch zwei Kollegen/-innen dort aufzunehmen. Und weiter ging's via Frankreich nach Spanien ans Meer bzw. genau ins Zentrum von Barcelona neben dem Placa Catalunya wo unser Hotel lag. Die staunten dort auch nicht schlecht, als neben normalem Gepäck plötzlich noch acht Fahrräder in der Hotellobby standen. Die Fahrräder durften dann auch mit ins Zimmer rauf und da wir keinen Balkon hatten, durfte mein Fahrrad also direkt neben meinem Bett schlafen:-)

Freitag, 25.7., war Tag der Akkreditierung. Im WPFG-Village am Montjuic unterhalb des Olympiastadions war grosses Einschreiben und Wettkampfunterlagen abholen angesagt. Die Organisation war für spanische Verhältnisse sehr gut, nur leider waren sie sehr unflexibel was Nachmeldungen anging. Sie wollten partout kein Gehör haben, wenn man noch mehr Wettkämpfe als die im voraus angemeldeten bestreiten wollte und so musste auch ich mich mit Triathlon und Rad-Einzelzeitfahren sowie Rad-Strassenrennen begnügen. Auch egal, so habe ich wenigstens genug Zeit zwischen den Wettkämpfen, um auch noch bei den Kollegen/-innen zuschauen zu gehen. Neben Triathlon bestreiten die noch folgende Sportarten: Radrennen, Judo, Halbmarathon, Polizeifünfkampf, Achtkampf, Schwimmen, Tennis etc.
Natürlich waren auch noch andere Schweizer Delegationen vor Ort, u.a. eine Handballmannschaft der Stadtpolizei und ein Golf-Team. Die sind aber an anderen Orten stationiert und wir trafen sie erst am Sonntag bei der Eröffnungsfeier (siehe unten). Den Nachmittag verbrachten die einen mit Rad fahren und wir hängten uns an die Beach um einer typisch schweizerischen Sportart bei Sangria und Cerveza nachzugehen: jassen.

Samstag, 26.7., wurde zum 1. Ruhetag. Vormittags gab's eine kleine Reise ausserhalb Barcelonas, wo Severine Bürki (Kapo Bern) ihre Judo-Wettkämpfe hatte. Als wir jedoch nach ca. 3/4-stuendiger Fahrt ankamen, hatte sie bereits den letzten Kampf und alles war fertig:-( So kehrten wir halt um und machten am Mittag bei brütender Hitze ein kleines Radtraining auf dem Montjuic, wo die verschiedenen Radrennen stattfinden. Leider geht's dort nur rauf und runter und es verspricht eine selektive Angelegenheit zu werden. Aber warten wir's ab.
Um 16 Uhr war für uns Triathleten Meeting am Beach beim Puerto Olympico, wo sich der Start und die Wechselzone befanden. Es erfolgte die Startnummernausgabe und das Briefing. Leider war die Lautsprecheranlage sehr schlecht eingestellt, dass man die Hälfte nicht verstand und die andere Hälfte war auf Spanisch. Was soll's, es ist ja immer der gleiche Ablauf und auch die Frage des Neoprenanzuges erübrigte sich bei 26 Grad Meerwassertemperatur.
Apropos Meer - an diesem Nachmittag war es sehr Wellig gegen die Beach und so stellte ich mich aufs schlimmste ein und machte extra noch ein Probeversuch mit einigen Metern Schwimmen im Meer. War aber gar nicht so schlimm und der Salzgehalt des Wassers war auch optimal magenverträglich. Man fühlte sich wirklich fast wie in Hawaii. Zum Glück war unsere Distanz nicht so wie dort. Der Abend wurde mit einer Pasta-Party in einem italienischen Restaurant abgeschlossen und natürlich dem üblichen Pre-Race-Cerveza.

Sonntag, 27.7., the day of the race. Tagwache war bereits um 0600 Uhr. Ich weiss, meine Kollegen vom Ironman Switzerland waren um diese Zeit schon nervös und hatten nur noch 1 Stunde bis zum Start. Uns blieb noch Zeit bis 0830 Uhr. Gemäss Organisator sei die Wechselzone um 0700 Uhr offen. Denkste, nicht in Spanien. Als wir um 0645 Uhr in Port Olympico ankamen, war noch weit und breit nix von fertiger Wechselzone zu sehen und so richteten wir uns halt mal gemütlich ausserhalb ein und genossen einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Hafen. Um ca. 0720 Uhr wurde die Wechselzone geöffnet aber da inzwischen fast alle Athleten eingetroffen waren und jetzt anstanden dauerte das Helmkontrolier-Nummeraufkoerperschreib-Velocheckin-Prozedere bis fast 0800 Uhr. Also relativ knapp vor dem eigentlichen Start. So blieb mir auch nicht mehr viel Zeit zum einlaufen und bereit machen aber ich war letztendlich pünktlich um 0815 Uhr am Strand unten und konnte sogar noch einige Meter im inzwischen ruhigen Meer einschwimmen.
Pünktlich um 0830 Uhr wurde die erste Serie gestartet (Kategorie Open und Senior B). Eigentlich waren alle Startenden mit Badekappen in ihren Kategorienfarben eingeteilt. Komischerweise hatte es schon einige, die mit der gleichen Badekappenfarbe wie ich vor mir in der ersten Serie einstanden und starteten. Das schien die Organisatoren aber nicht zu kümmern. Wir waren um 0833 Uhr an der Reihe (Kategorien Senior A und Teams). Als letztes waren dann noch alle übrigen  Kategorien inkl. Frauen um 0836 Uhr am Start.
Ich kam in meiner Serie sehr gut los und konnte von Beginn weg relativ ungehindert schwimmen. Es musste ein Dreieckkurs über 1.5km geschwommen werden, also zuerst ins offene Meer hinaus. Bei der ersten Wendeboje schwamm ich auf die hintersten der vor uns gestarteten Serie auf und es artete zu einem Slalomschwimmen aus. Auf dem Rückweg trieb uns eine leichte Strömung förmlich ins Ziel bzw. an den Strand zurück. Mit einer Schwimmzeit von ca. 23 Minuten stieg ich aus dem Wasser. Ein kurzer Spurt über die Beach hinauf zur Wechselzone und rauf aufs Rad. Auf dem flachen Rundkurs, der drei Mal bewältigt werden musste (= 40km), ging's von Anfang an voll zur Sache. Ich konnte aber sehr gut in einer ersten Gruppe von ca. 10 Fahrern mithalten. Ach ja, da war doch noch die Regel vom No Drafting, welche uns die Organisatoren so eintrichterten. Denkste, nicht hier. Da war überhaupt keine Kontrolle und es wurde gelutscht, was das Zeug hält. So wurde das ganze halt mehr eine zügige Gruppenausfahrt als ein Einzelzeitfahren. Die Strecke führte zuerst der Beach entlang und dann in die Stadt bzw. wieder hinunter zur Beach um nochmals einen Abstecher in die Stadt hinauf zu machen. Aber alles eigentlich um die anno 1992 für die olympischen Spiele erbauten Hochhäuser und Geschäftsviertel am Meer unten.
Nach knapp 59 Minuten war auch das Radfahren für mich vorbei und praktisch die ganze Gruppe wechselte gemeinsam auf die Laufstrecke. Diese führte entlang der Beach hin und zurück, wobei dieser Rundkurs 3-mal zu bewältigen war (= ca. 10km). Und es war eine brütend feuchte Hitze und nirgends ein Baum zum unten durchrennen. Ich verlor leider von Beginn weg den Anschluss und lief praktisch die gesamte Strecke allein bzw. überholte zwischendurch langsamere Läufer. Von hinten kamen weitere Konkurrenten in meiner Kategorie immer näher aber ich konnte meinen Vorsprung auf diese ins Ziel retten. Auch dank der Unterstützung durch unsere Kolleginnen am Rande der Rennstrecke, welche uns lauthals anfeuerten und uns so fast ins Ziel trugen. Nach ca. 43 Minuten Laufzeit bzw. einer Totalzeit von 2h07'03'' war ich völlig erschöpft aber glücklich am Ziel.
Schlussrang 8 von 82 Teilnehmern der Kategorie Senioren A war der Lohn für die Anstrengung. Wie ging's meinen Kollegen/-innen: Sarah Hruby holte bei den Frauen Senioren A mit einem tollen Schlussspurt Gold und Toni Boeni bei den Master B Silber. Auch unser Team mit Dieter Blattner, Markus Gisler und Martin Rosser war so stark, dass sie alle hinter sich stehen liessen und Überlegen gewannen. Leider wurden sie nachträglich mit einer fadenscheinigen Begründung disqualifiziert: sie hatten sich nach 0815 Uhr noch aufgewärmt. Da hätten aber viele Schwimmer und auch Läufer noch disqualifiziert werden müssen. Dies fand das zweitplatzierte Team aus Madrid heraus und so gewannen diese. Der Protest unseres Teams ist bis jetzt noch hängig. So bekommt dieser Wettkampf leider einen komischen Nachgeschmack, denn auch sonst ist nicht alles ganz rund gelaufen. Aber von der Stimmung und vom Erlebnis her war es wunderschön und megaheiss (im wahrsten Sinn des Wortes).

Am Abend fand die grosse Eröffnungsfeier im Olympiastadion statt. Die Schweizer Delegation war mit ca. 35 Personen recht bescheiden im Vergleich zu anderen Nationen. Der Einmarsch ins Stadion war aber überwältigend und sogar König Juan Carlos persönlich war anwesend, um die Parade der Sportler abzunehmen. Es war eine ausgelassene und fröhliche Stimmung und die anschliessenden Tanzvorführungen waren sehr eindrücklich. Auch das Entzünden des olympischen Feuers wurde mit Helikopter und Feuerwehrdrehleiter speziell inszeniert.

Montag, 28.7., the day after race. Heute war Ruhetag angesagt. Am Morgen erst mal laaaannng ausschlafen. Dann eine kleine Shopping Tour (muss zwischendurch auch mal sein, sogar für einen Mann). Am Nachmittag wollten wir eigentlich das grosse Aquarium am Hafen unten besuchen. Allerdings blieb es beim Versuch. Bis wir unten waren, Verpflegt hatten, war die Zeit soweit fortgeschritten, dass wir uns beeilen mussten, um die Schwimmwettkämpfe unserer Fünfkämpfer-Kollegen/-innen anzuschauen. So genossen wir wenigstens eine Luftseilbahnfahrt über dem Hafen von Barcelona hinauf auf den Montjuic (für 7.50 Euro!!!) wo wir genau richtig auf den 300m-Schwimm-Wettkampf unseres Berner Kollegen Dieter Blattner kamen. Er erreichte mit Abstand die beste Zeit im ehemaligen Olympia-Schwimmstadion das inzwischen auch etwas in die Jahre gekommen ist. Auch unsere Stadtpolizei-Fünfkämpferin Tamara Locatelli schlug sich tapfer und erreichte ebenfalls eine sehr gute Zeit. Am Abend wurden wir durch einen FreeRadicals-Kollegen, der die Zweigstelle Barcelona gründete und hier für Polar-Uhren arbeitet, zu einem gediegenen Nachtessen an die Beach entführt. Bei Kerzenschein und untergehendem Sonnenlicht konnten wir div. News aus der Schweiz erzählen und neues über Barcelona und den FreeRadicals-Nachwuchs von Mats erfahren.

Dienstag, 29.7., the final day of Police Pentatlon. Nach einem kurzen Radtraining am Vormittag (analog Samstag im gleichen hügeligen Gebirge), begab sich am Nachmittag eine grössere Gruppe Schweizer Schlachtenbummler zum abschliessenden 2000 bzw. 3000m-Lauf des Polizei-Fünfkampfes, welcher sich aus Schiessen, Schwimmen (beides am Montag) sowie Kugelstossen, Weitsprung und eben Dauerlauf (am Dienstag) zusammensetzt. Für unsere beiden Teilnehmer galt es, einmal (Frauen) bzw. zweimal (Männer) ums Schloss zuoberst auf dem Montjuic zu rennen. Unter den Anfeuerungsrufen von uns gelangen ihnen Spitzenzeiten und sie wurden in der abschliessenden Rangverkündigung entsprechend geehrt: Dieter Blattner als überlegener Kategoriensieger bei den Männern, Tamara Locatelli als Kategoriendritte bei den Frauen. Damit erhöhte sich das Schweizer Medaillenkonto auf vier.

Mittwoch, 30.7., Mountain-Race am Montjuic. Heute war das grosse Bergzeitfahren am berüchtigten Heartbreak-Hill von Barcelona angesagt. Die Strecke führte vom Hafen unten bis hinauf aufs Schloss am Montjuic. 3km wären ja nicht so weit, wenn dabei in der zweiten Hälfte nicht eine Steigung von bis zu 15% drin wäre. Aber durch die Lautstarke Unterstützung sämtlicher Schweizer Schlachtenbummler flogen unsere Cracks förmlich den Berg hinauf und wurden mit zweimal Gold (Martin Rosser, Alexandra Rutz) und einmal Silber (Sarah Hruby) belohnt. Am Nachmittag wurde dann statt steiler Berge tiefe Blicke in die Unterwasserwelt der div. Meere im Aquarium am Hafen geworfen. Unter anderem konnte man dort durch einen Tunnel unter dem grössten Aquarium durchgehen und mit Haifische, Moränen, Rochen etc. sozusagen auf Tuchfühlung sein. Nach dem Aquarium-Besuch ging's erneut mit der sündhaft teueren Luftseilbahn zurück ins Schwimmstadion wo unsere Conny Schmid ihre Schwimmwettkämpfe (200m Crawl und 50m Crawl) hatte und sich natürlich auch über Unterstützung durch uns freute. Am späteren Abend konnte ich es einmal mehr nicht unterlassen, mich noch ins Getümmel an der Rambla zu stürzen. Diese Strasse ist so lebendig und auch morgens um 1 Uhr ist noch der Teufel los mit div. Strassenkünstlern, Bettlern, Touristen, Einheimische etc. und ladet richtig zum schauen, verweilen und ein/zwei Bierchen trinken.

Donnerstag, 31.7., Tennis-Final und Kriterium. An diesem Tag mussten sich die Schlachenbummler am Vormittag entscheiden, ob sie beim Kriterium (Radrennen mit Sprintwertungen) oder beim Final-Spiel unserer Tennis-Nachwuchshoffnung Manuela Pinchera dabei sein wollten. Ich entschied mich für Tennis und bekam einen spannenden Match geboten zwischen Manuela und ihrer Australischen Gegnerin im Stil eines Wimbledon-Finals mit entsprechend grossartiger Stimmung (vor allem durch die Schweizer Fans). Letztendlich nach einer dramatischen Aufholjagd im zweiten Satz und  einem Tiebreak gewann Manuela mit 6:3/7:5. Dies war Goldmedaille Nr. 5 für die Schweiz. Aber auch beim Kriterium , welches fast gleichzeitig stattfand, hiess es Gold für die Schweiz. Alexandra Rutz liess erneut alle anderen Konkurrentinnen und sogar viele männlichen Konkurrenten stehen bzw. trocknete sie im Sprint locker ab. Der Nachmittag stand im Zeichen eines Besuches des Park Guell, welcher der  berühmten Künstlers Gaudi erschaffen hatte und wo die Heimat des WPFG-Maskottchens 'Drac' ist. Wir hatten allerdings Mühe, das Original zu finden, denn der kleine Drache war nur ca. 2Meter gross und lag über einem Brunnen. Am Abend war unsere ganze Truppe zu einem Galadinner in einem sensationellen spanischen Restaurant eingeladen. Dies dank unserer Berner Kollegen, welche durch einen privaten Sponsor zu diesem Nachtessen einladen konnten. An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller dafür ganz herzlich bedanken.

Freitag, 1.8., Zeit fürs Zeitfahren und Speerwerfen. Sämtliche Radfahrer waren heute Vormittag/Nachmittag im Einsatz beim Zeitfahren wiederum am Montjuic. Wer den Bericht von Anfang an durchgelesen hatte, kann sich vorstellen, das es wiederum nicht Eben sein konnte dort oben sondern viel rauf und runter ging. Also keine typische Zeitfahrstrecke. Es kam mehr aufs fahrerische Können als aufs Material an. Es galt, einen Rundkurs von 10km einmal zu absolvieren. Die Frauen waren am Vormittag dran und wir Herren am Nachmittag. Gleich nach dem Start ging's erst leicht hinunter, um das Olympiastadion und dann nur noch den Berg hinauf bis fast zum Schloss (Bergzeitfahren?!) um anschl. in rasanter Abfahrt und div. links rechts Kombinationen um sämtliche Olympiastätten zurück zum Ziel zu gelangen. Bei der Mittagshitze war auch dieser kurze Einsatz äusserst hart und ich war im Ziel fix und fertig. Bilanz nach dem Rennen: zweimal Gold durch Sarah Hruby (mit hauchdünnem Vorsprung) und Alexandra Rutz sowie zweimal Silber durch Martin Rosser und Markus Gisler sowie einem 26. Rang für mich. Leider gab es auch Stürze auf der Strecke und einer davon betraf unseren Karl Haller. Mit relativ stark aufgeschürfter Hüfte, Unterarm und Schulter und einem lädierten Fahrrad, das nicht mehr Einsatzfähig war, musste er aufgeben und zu Fuss ins Ziel gelangen. Am Vormittag war auch noch Speerwerfen auf dem Programm und es gab dort ebenfalls Gold für unsere Equipe durch Tamara Locatelli. Allerdings sei gemäss ihren eigenen Aussagen die Konkurrenz nicht sehr gross gewesen. Im späteren Nachmittag kam noch ein Hilfeschrei unseres Stadtpolizei-Handball-Teams. Sie hätten das letzte Spiel um Platz 1 bzw. 2 und bräuchten dringend Fan-Unterstützung am Spielfeldrand. Kein Problem für uns. Wir sausten sofort in die Handballhalle um unsere Kollegen stimmlich lautstark zu unterstützen. Leider nützten wir nicht viel oder lag's wieder einmal am Spanischen Schiedsrichter, welcher eher die Spanische Mannschaft gewinnen lassen wollte. Unsere Jungs verloren Schlussendlich knapp und holten Silber. Und wie war doch nochmals ihr Schlachtruf: Das gits - nume i de Schwiz. Ja, leider wusste in Spanien niemand, dass wir unseren Nationalfeiertag hatten und so gab's für uns nach einem Pastanachtessen kein Feuerwerk und Nationalhymne sondern nur Cerveza und Strassenmusik.

Samstag, 2.8., last day of Competitions. Früh am Morgen waren bereits die ersten Schweizer wieder im Einsatz. Um 0800 Uhr war Start zum Halbmarathon für Severine Bürki und Remo Lampart. Beide hatten allerdings gegen die schnellen und leichtfüssigen Schwarzafrikaner keine Chance auf Medaillenplätze. Für uns Radfahrer stand heute das Strassenrennen auf dem Programm. Am Vormittag waren wieder zuerst die Frauen dran, welche 5 Runden auf einem 9km Rundkurs am Montjuic zu absolvieren hatten zusammen mit den älteren Herren. Alexandra Rutz und Sarah Hruby machten zwischen den Herren eine gute Figur und belegten am Schluss Rang 1 (Alex) bzw. Rang 2 (Sarah). Am Nachmittag bei brütender Hitze (es wurden 39°!! am Schatten gemessen) waren wir jüngeren Herren mit 8 Runden dran. Leider war für mich das Rennen schon nach 3/4 der ersten Runde mit einem defekten Wechsler, ausgerissener Kette und dadurch blockiertem Hinterrad zu Ende. So blieb mir nichts anderes übrig, als die andern vom Strassenrand aus anzufeuern. Martin Rosser und Markus Gisler vermochten allerdings am Schluss nicht mehr um Medaillen zu spurten. Im weiteren war unser Berner Kraftpacket Didi Blattner an diesem Tag im Einsatz beim 8-Kampf. Dieser Wettkampf setzt sich aus div. Sprint- aber auch Kraftdisziplinen zusammen und Didi war am Schluss guter 5. Allerdings war gemäss seinen Aussagen auch hier nicht alles Rund gelaufen und spanische Athleten waren plötzlich in vorderen Rängen. Dafür war der Abend wieder typisch Spanisch und einige von uns feierten das Ende der Wettkämpfe im WPFG-Village bis früh in den Sonntagmorgen (ich glaub, es war nicht mal die erste Morgen-U-Bahn, welche uns ins Hotel zurück brachte (gähn).

Sonntag, 3.8. Tag des Packens und Abschiednehmens. Nach einer recht kurzen Nacht (siehe oben) hiess es am Morgen Packen und alles in einem Zimmer deponieren, da unser Car erst am Abend kam, um das Gepäck zu laden. Die einen hängten sich danach an die Beach, andere kurvten noch durch Barcelona wie z.B. Didi und ich, um uns doch noch einige Sehenswürdigkeiten wie die Sagrada Familia, Stierarena, Arc de Triomf (ja, den gibtís auch in Barcelona) oder den Parc de Cascada anzuschauen. Auch letzte Einkäufe für die zu Hause gebliebenen wurden noch getätigt. Am Abend war dann Treffpunkt im Hotel zum Car laden um danach an die Schlussfeier ins WPFG-Village zu pilgern. Leider waren wir noch zu früh dort und mussten ca. 1 Stunde vor verschlossenen Toren warten, bis wir reingelassen wurden. Die Schlussfeier war ein Spektakel aus Wasserfontainen, Tanzvorführungen, Abbrennen eines Monumentes, Feuerwerk, Musik und Übergabe der Fahne an den nächsten Veranstalter 2005 in Quebec. Leider war alles so verzettelt und weit auseinander, dass wir nicht sehr viel mitbekamen und alles eher langweilig war (oder waren wir einfach zu müde?). So hiess es um 2300 Uhr Car besteigen und Abschied nehmen von Barcelona bzw. den World Police and Fire Games. Jeder hatte auf der anschliessenden 12-stündigen Heimfahrt genügend Zeit, die vergangenen 10 Tage Revue passieren zu lassen. Und mein Fazit: Es war eine schöne, heisse Zeit in Barcelona, eine coole Stadt die lebt, Wettkämpfe welche leider nicht immer ganz fair abgelaufen sind, eine gute Organisation für südländische Verhältnisse und sehr gute Kameradschaft untereinander. Leider war es mir in diesem Bericht nicht möglich, alle zu erwähnen bzw. Berichte von unseren Golfern, Badmintonspielern oder Handballern zu schreiben, da diese separat unterwegs waren. Auch von unserer Truppe kamen nicht alle gleich viel in die Zeilen. Es ist aber selbstverständlich, dass alle eine Topleistung zeigten getreu dem olympischen Gedanken, welcher auch in Barcelona gilt: Mitmachen kommt vor dem Gewinnen. In diesem Sinn sage ich zum Schluss nur noch: Hasta luegos Barcelona et à bientôt in Quebec 2005.